Fast 400 gemeldete Turnerinnen und Turner, 32 Mannschaften und ein starkes Teilnehmerfeld aus mehreren Bundesländern sowie der Schweiz– NeckarGym Nürtingen mit starken Leistungen

Der 37. Stauseepokal in der Sporthalle Dotternhausen war in diesem Jahr größer und internationaler denn je.
Für die Turnschule NeckarGym Nürtingen wurde das zweitägige Wettkampfwochenende dabei vor allem durch einen herausragenden sportlichen Erfolg geprägt: Die Nürtinger Turnerinnen sicherten sich am Sonntag den ersten Platz in der Mannschaftswertung der WK2. Damit stand das NeckarGym in einer der stark besetzten Klassen ganz oben in der Teamwertung. Auch in der Einzelwertung setzte das NeckarGym in dieser Klasse deutliche Akzente: Jana Warstat gewann die Einzelwertung, Lia Gaiser belegte den zweiten Platz. Mannschaftssieg sowie die beiden ersten Plätze in der Einzelwertung gingen damit an die Turnerinnen aus Nürtingen. Hinzu kamen weitere gute Platzierungen der Nürtinger Mannschaft.
Der Stauseepokal der TG Schömberg hat sich längst zu einem überregional bedeutenden Wettkampf im Gerätturnen entwickelt. Bei der 37. Auflage am 19. und 20. September 2026 waren in den zwölf Wettkampfklassen fast 400 Turnerinnen und Turner gemeldet. Insgesamt traten 32 Mannschaften an. Das Teilnehmerfeld reichte dabei weit über die Region hinaus: Neben zahlreichen Vereinen aus Baden-Württemberg waren auch Turnerinnen und Turner aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Berlin sowie aus der Schweiz gemeldet. Dass selbst Vereine aus Berlin die Reise nach Dotternhausen auf sich nahmen, unterstreicht die Bedeutung, die der Stauseepokal inzwischen über die Region hinaus gewonnen hat.
Die Rekordteilnehmerzahl hatte in diesem Jahr eine Premiere zur Folge: Nach 36 Jahren mit eintägiger Austragung wurde der Stauseepokal erstmals über zwei Wettkampftage ausgetragen. Für die Organisatoren bedeutete dies eine erhebliche logistische Herausforderung, für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen außergewöhnlich großen Wettkampf mit entsprechend großer Konkurrenz.
Auch die Turnschule NeckarGym Nürtingen war mit Turnerinnen in mehreren Alters- und Leistungsklassen vertreten. Für die jüngeren Turnerinnen stand dabei vor allem das Sammeln von Wettkampferfahrung im Vordergrund, während die älteren Turnerinnen den Wettkampf als Standortbestimmung vor dem unmittelbar bevorstehenden Bundesliga-Wettkampf nutzten.
Den Auftakt für NeckarGym bildeten am Samstag fünf Nachwuchsturnerinnen in der WK 5 LK3, Jahrgang 2013 und jünger. In dieser Altersklasse waren mehr als 110 Turnerinnen gemeldet. Die fünf Nürtinger Turnerinnen waren dabei mit neun bis elf Jahren teilweise deutlich jünger als andere Teilnehmerinnen im Feld.
Für Lia Marquez, Emilia Auer, Amy Schwartz, Sofia Juhimuk und Jane Jordan war der Wettkampf deshalb nicht nur ein Vergleich mit der Konkurrenz, sondern vor allem ein wichtiger Schritt in ihrer eigenen Entwicklung. Für einige von ihnen war es einer der ersten Kürwettkämpfe überhaupt.
„Es war aufregend, weil es für die Mädchen einer der ersten Kürwettkämpfe war“, berichtet Trainerin Stephanie Lang. Die Halle sei extrem voll gewesen, gleichzeitig habe innerhalb der Mannschaft eine sehr gute Stimmung geherrscht. Eine besondere Herausforderung war angesichts des großen Teilnehmerfeldes die kurze Einturnzeit an den einzelnen Geräten. Auf den Wettkampf hatten sich die fünf Turnerinnen intensiv vorbereitet. Dazu gehörte auch ein Trainingslager. „Es ging darum, die Übungen unter Wettkampfbedingungen zu zeigen und zu schauen, wo man steht“, erklärt Lang. Gleichzeitig diente der Stauseepokal als wichtiger Test im Hinblick auf die anstehende Nachwuchsliga. Sportlich schlugen sich die fünf Nürtingerinnen gut. Lia Sophie Marquez erreichte mit 46,750 Punkten Platz 35, Emilia Auer kam mit 45,900 Punkten auf Platz 42, Amy Schwartz erzielte mit 44,900 Punkten Platz 51, Sofia Juhimuk belegte mit 44,400 Punkten Platz 59 und Jane Jordan erreichte mit 44,350 Punkten Platz 60. Besonders zufrieden zeigte sich Stephanie Lang mit Emilia Auer, die einen nahezu fehlerfreien Wettkampftag erwischte. Auch Lia Marquez zeigte an allen Geräten starke Übungen und musste lediglich am Balken einmal das Gerät verlassen. „Da hätte sie noch etwas Potenzial nach oben“, blickt Lang auf die vergebene Möglichkeit zurück. Eine besonders positive Entwicklung zeigte Amy Schwartz. Im Vergleich zur Vereinsmeisterschaft im Juli konnte sie sich nach Einschätzung ihrer Trainerin am stärksten steigern. Auch die Bodenübungen der Mädchen gefielen der Trainerin besonders gut. Für die größte Spannung sorgte allerdings ein anderes Gerät: der Sprung. „Am meisten habe ich am Sprung mitgefiebert, ob auch alle drüber kommen“, erzählt Stephanie Lang. Die Sorge erwies sich als unbegründet: Alle fünf Turnerinnen meisterten den Sprungtisch erfolgreich – und auch die Kampfrichter bestätigten dies durch die guten Wertungen im Anschluss.
In der Mannschaftswertung erreichte NeckarGym mit 140,300 Punkten den achten Platz unter 18 gemeldeten Mannschaften. Neben den sportlichen Leistungen sorgte am Samstag noch eine besondere Geschichte für einen schönen Moment. Die amerikanische Turnerin Jane Jordan wurde nach ihrer Bodenübung von einem ihr unbekannten Mädchen auf ihre Musik angesprochen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass beide beim selben Verein in Kalifornien trainiert hatten. Aus einer zufälligen Begegnung in der Wettkampfhalle wurde damit ein kleines Wiedersehen über Tausende Kilometer hinweg. Auch der Teamgeist stimmte: Die fünf Turnerinnen feuerten sich gegenseitig an, fieberten bei den Übungen der jeweils anderen mit und unterstützten sich während des langen Wettkampftages.
Am Sonntag ging es für die jüngeren Turnerinnen in der WK 2 CdP, Jahrgang 2013 und jünger, weiter. In dieser Klasse waren 23 Turnerinnen gemeldet.
Für NeckarGym wurde dieser Wettkampf zum herausragenden sportlichen Erfolg des Wochenendes: Die Nürtinger Mannschaft sicherte sich den ersten Platz in der Mannschaftswertung und damit den Sieg im Teamwettbewerb. Gleichzeitig gewann Jana Jasmin die Einzelwertung mit 36,300 Punkten. Lia Gaiser machte den Nürtinger Doppelerfolg perfekt und belegte mit 35,600 Punkten den zweiten Platz. Damit gingen in dieser Wettkampfklasse sowohl der Mannschaftssieg als auch die beiden ersten Plätze der Einzelwertung an NeckarGym Nürtingen – ein besonders starkes Ergebnis angesichts des mit 23 Turnerinnen gemeldeten Teilnehmerfeldes. Auch an den einzelnen Geräten setzte Jana deutliche Akzente. Am Barren erzielte sie mit 7,80 Punkten den ersten Platz, ebenso am Balken mit 9,50 Punkten. Lia zeigte ebenfalls einen starken Wettkampf. Mit 7,60 Punkten wurde sie Zweite am Barren, am Boden erreichte sie mit 9,60 Punkten ebenfalls den zweiten Platz. Besonders erfreulich war, dass beide Turnerinnen neue Elemente erstmals erfolgreich unter Wettkampfbedingungen zeigen konnten. Lia zeigte am Balken erstmals die Verbindung Menichelli–Hocksalto, während Jana am Boden eine ganze Schraube erfolgreich in ihre Übung integrierte.
Auch Romy Schaich und Lina Eugène traten für NeckarGym an und erzielten mit 33,300 Punkten Platz 7 beziehungsweise mit 31,950 Punkten Platz 13. Damit trugen sie zum erfolgreichen Abschneiden der Nürtinger Mannschaft bei. Der Mannschaftssieg, Janas erster Platz und Lias zweiter Platz machten die WK 2 damit zum erfolgreichsten Wettbewerb der Turnschule an diesem Wochenende. Für die jüngeren Turnerinnen war der Sonntag zugleich eine wertvolle Erfahrung: Sie konnten neue Elemente unter Wettkampfbedingungen präsentieren, Sicherheit gewinnen und erleben, dass sich die intensive Trainingsarbeit auch im direkten Vergleich mit einem großen Teilnehmerfeld auszahlt.
In der WK 1 CdP 14+ waren 47 Turnerinnen gemeldet. Für NeckarGym erreichte Malea Kiedaisch mit 42,800 Punkten einen starken sechsten Platz.
Besonders stark war Malea an Balken und Barren: Am Balken erzielte sie 11,25 Punkte und damit den dritten Platz, am Barren erreichte sie mit 9,10 Punkten den vierten Platz. Lene Marie Bauer komplettierte das Nürtinger Starterfeld in dieser Klasse und erreichte mit 36,700 Punkten den 22. Platz.
Für die älteren Turnerinnen war der Wettkampf bewusst als Vorbereitung auf den eine Woche später stattfindenden Bundesliga-Wettkampf geplant. Nach den Sommerferien sollte der Stauseepokal dazu dienen, möglichst schnell wieder in den Wettkampfmodus zu kommen. Im Nachhinein zeigte sich allerdings, dass der frühe Wettkampftermin für einige Turnerinnen eine Herausforderung darstellte. Noch nicht alle waren nach der Sommerpause wieder bei ihrer vollen Leistungsfähigkeit. Trotzdem war der Wettbewerb für das Trainerteam eine wichtige Standortbestimmung.
Trotz der Rekordteilnehmerzahl und der dadurch teilweise unruhigen und langen Abläufe ließen sich die Nürtinger Turnerinnen nicht aus der Ruhe bringen. Für die jüngeren Turnerinnen stand das Sammeln von Erfahrung und Sicherheit im Vordergrund, für die älteren die Vorbereitung auf die Bundesliga.
Dabei zeigte sich auch, wie wertvoll ein Wettkampf wie der Stauseepokal für die Nachwuchsarbeit ist. Die Turnerinnen konnten ihre Übungen unter realen Wettkampfbedingungen testen, neue Elemente präsentieren und erkennen, wo noch Trainingspotenzial besteht.
Für die fünf jungen Turnerinnen vom Samstag viel das Fazit von Stephanie Lang entsprechend positiv aus: „Erfahrung und Routine für die nächsten Wettkämpfe, Sicherheit und Selbstbewusstsein“ seien die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Wochenende.
Für NeckarGym geht der Blick damit bereits nach vorne: Für die jüngeren Turnerinnen steht die Nachwuchsliga als nächster wichtiger Termin an, während die älteren Turnerinnen unmittelbar vor ihrem nächsten Bundesliga-Wettkampf stehen.
Der 37. Stauseepokal hat dabei eindrucksvoll gezeigt, dass sich die Veranstaltung längst zu einem Wettkampf entwickelt hat, für den auch Vereine von weit außerhalb der Region die Reise nach Dotternhausen antreten. Für die Turnerinnen der Turnschule NeckarGym Nürtingen war es zugleich ein Wochenende mit wichtigen Erfahrungen, starken Ergebnissen und vielen kleinen Geschichten, die weit über die reinen Punktzahlen hinausgehen.
OT